MUMON-KAI VERLAG
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»Wilder Efeu«

Die selbstverfasste Biographie von Zen-Meister Hakuin Ekaku

315 Seiten, 18 farbige Abbildungen, 2. Auflage 2015, 25,00 € (gebunden)

Titel der engl. Originalausgabe: »Wild Ivy«, Vorwort: Sōtetsu Yūzen Rōshi

 

Bewahrt ihn im Herzen - lebt Hakuin, lebt Zen!
Meister Hakuin Ekaku (1685-1768) war es, der das japanische Zen neu strukturierte. Er ist heute bekannt als einer der kraftvollsten und kreativsten Meister der Rinzai-Schule.


Meister Hakuin besaß eine außerordentliche Kraft des Durchschauens tiefster Zusammenhänge des menschlichen Seins.
Diese Autobiographie enthält Erinnerungen aus der Kindheit, Berichte über seine Zen-Praxis und Erleuchtungserfahrungen ebenso wie praktische Hinweise für Menschen auf der Suche nach sich selbst.
Zen, eine Übung der Innenschau, dient der Selbstfindung und ist gleichzeitig ein Heraustreten aus der Verpflichtung zu einer gläubigen Weltsicht.


Mit beißender Ironie prangert Hakuin Zenji die verkopfte Verwässerung auch heutiger Zen-Praxis an. Er demaskiert Missverständnisse und Missbrauch des Zen und legt dadurch dessen lebendigen Kern buddhistischer Übung und Erfahrung frei.


Durch Entstellungen des Zen, wie sie bei neuzeitlichen esoterischen Anbietern nicht selten vorkommen, wird leider häufig das Tor zu wirkendem Zen verriegelt. Dadurch werden verzweifelte, verirrte und problembeladene Menschen betrogen und um die Chance, sich selbst zu retten, gebracht. Wie wunderbar, mittels "Wilder Efeu" von Meister Hakuin direkt unterwiesen zu werden. Das ist wahre Hilfe zur Selbst-Hilfe.

Zum Titelbild des "Wilden Efeu":

Ein von Hakuin bevorzugtes Thema war die Gestalt des PUTAI.
In ihr konzentriert sich symbolhaft die Körper-Geist-Einheit des ZEN.


Im Mönchskleid steckt ein Menschlein, welches völlig ungeachtet seiner Äußerlichkeit nichts anderes ist als das personifizierte Jetzt und Hier. Nichts als ein lebendiger Mensch ist er, der völlig im Einklang ist mit sich und dem Universum. Er hat sich gelöst von den Fesseln der Dualität, kann mit allem eins sein und hat sich durch sein ungewöhnliches Verhalten geholfen, aus der Erstarrung in Gegensätze wieder zurück zum Leben, zum einfachen Sosein, zu gelangen.


Gern lässt ihn Hakuin spitzbübisch lachend hinter einem großen Sack hervorschauen, den der PUTAI mit beiden Händen aufhält. Auf den Sack hat Hakuin geschrieben: »Großes Glück«. Diesen Glückssack hält uns, dem Betrachter, der PUTAI entgegen. »Was mag wohl darin sein?«, fragen wir uns. »Was ist wohl das Glück?«


Der Wunsch, es zu wissen, als Ausdruck des ich-bewussten Denkens und Haben-wollens wird verunsichert durch das hintergründig lachende Gesicht des PUTAI. Es ergibt sich ein schweigender Dialog zwischen Hakuins PUTAI und uns. Ist es nur dieser PUTAI, oder sind wir es gar selbst?


Der Betrachtende wird eins mit dem Betrachteten, taucht ein in den Sack des Glücks und findet sich endlich wieder im wissenden, lachenden PUTAI, in Hakuin, im Glück, im Unglück, im Sommer, im Winter, im Regen, in der Sonne, sieht sich werden und vergehen, ist zufrieden, ist glücklich, klatscht in die Hände, dass es tönt und bohrt mit dem Finger einer Hand in der Nase, ohne den Ton der einen Hand zu unterbrechen.